| Die Bewohner Tokios kommen hierher, um zu atmen. Wo aber endet die Hauptstadt
und wo beginnt Yokohama? Im Zug von Shibuya aus erreicht man schnell diese geschäftige
Stadt mit ihrem ganz eigenen Charakter. Landesweit genießt Yokohama den
Ruf, das größte Chinesenviertel überhaupt zu sein. Mit dem weltweit
größten Riesenrad, Japans höchstem Wolkenkratzer und dem schnellsten
Aufzug der Welt ist es ein ebenso modernes Meisterwerk wie die Hauptstadt selbst.
Yokohama war nicht mehr als ein kleines Fischerdorf, als es 1859 zu einem der
ersten japanischen Häfen wurde, die für das Ausland geöffnet wurden.
Seitdem ist es Japans zweitgrößte Stadt geworden und ist seiner Zeit
stets voraus. Der Minato Mirai 21 Komplex, die neueste Botschaft an das 21. Jahrhundert,
ist um den Landmark Tower, Japans höchsten Wolkenkratzer mit einer Höhe
von 269 m, herumgebaut. Nehmen Sie sich die aufregende Fahrt mit dem Lift bis
zum 70. Stockwerk entweder an einem klaren Tag vor, um bis zum Fuji sehen zu können,
oder nachts, um in den vollen Genuss des Anblicks der Lichter von Yokohama zu
kommen. Es gibt viele Geschäfte und Restaurants im fünfstöckigen
Atrium des Gebäudes.
Der Hafenbereich selbst ist zu einem Vergnügungsviertel geworden und wird
nachts lebendig, wenn das Riesenrad durch pulsierende Neonlichter erleuchtet ist.
Straßenkünstler geben diesem Ort das Flair eines Jahrmarkts. Wagen
Sie die kurze aber überaus aufregende Fahrt mit der Achterbahn. Das majestätische
Schiff Nippon-maru bzw. "Schwan des Pazifiks" liegt heute wunderschön
erhalten auf einem Trockendock. Dem Namen des Schiffs zu Ehren werden gelegentlich
alle 29 Segel gesetzt, und man kann tagsüber an Bord gehen.
Gehen Sie nach Chinatown, um Mittag zu essen oder einfach nur um des Spektakels
Willen, auch wenn es fast jeder tut - insbesondere an den Wochenenden. Anschließend
entziehen Sie sich dieser Betriebsamkeit und wenden sich der Seeseite zu. Hier
finden Sie Yamashita Koen, eine angenehme Promenade mit Ausblick über die
Bucht. Hier liegt auch die Hikawa Maru, ein Luxus-Ozeandampfer, dessen Betrieb
1960 eingestellt wurde und der heute besichtigt werden kann.
Nach Yokohama sollten Sie das nahe gelegene Kamakura ansteuern, um weitere
Tempel und deren Tradition kennen zu lernen. Die eher bescheidene Größe
Kamakuras und sein Reichtum an Geschichte sind ein willkommener Kontrast zu den
beiden größten Städten Japans. Wenn Sie die Menschenmassen durch
den Besuch an einem Wochentag vermeiden, finden Sie die Tempel und Schreine entsprechend
ruhig und friedlich vor, besonders die Kleineren in den Außenbezirken der
Stadt. Sie belohnen einen Besuch durch ihre Beschaulichkeit und ländliche
Umgebung. Als Hauptattraktion gilt jedoch der Daibutsu (Große Buddha), der,
unerschrocken von den Elementen, im Freien sitzt, seit sein Haus 1945 von einer
Tsunami, einer seismischen Flutwelle, zerstört wurde. |