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Tokio
Obwohl Kyoto von Geschichte durchdrungen ist, ist es keine sensible Stadt. Hier findet der Besucher genau das, was er von Japan erwartet - in Form von Tempeln und Gärten, aber auch von vielen anderen Dingen, die einen sämtliche Vorurteile ablegen lassen. In der Tat werden Sie sich wahrscheinlich fragen, ob Sie in der richtigen Stadt sind, wenn Sie am Bahnhof von Kyoto ankommen. Neueste Gebäude mit Restaurants, Bars, Galerien und Dachgärten teilen die Stadt mit über 2000 Schreinen und Tempeln, die sich weit bis in das 9. Jahrhundert zurückdatieren lassen.

Kyoto ist ebenso berühmt für die Geishas, vor allem seit Erscheinen des spannenden Buches "Memoiren einer Geisha". Ihre lange und äußerst strapaziöse Ausbildung in Tanz und Musik bedeutet, dass ihre Dienstleistungen meist unerschwinglich sind. Sie können sie jedoch bei öffentlichen Aufführungen am Gion Corner sehen, und manchmal eilen sie elegant gekleidet zu ihren abendlichen Engagements. Eine derbere Art der Unterhaltung findet man in den Hostessenbars des Pontocho, wo eine weniger feine Art der Unterhaltung weitaus größere Menschenmassen anzieht.

Bei der Entdeckung des historischen Kyoto werden Sie hin- und hergerissen sein zwischen dem Besuch des nächsten wichtigen Tempels und dem Genuss des stimmungsvollen Gartens, in dem Sie sich gerade befinden. Im Westen von Kyoto liegt Kinkaku-ji mit seinem goldenen Pavillon (aus echtem Gold) und Ryoan-ji mit seinem berühmten Zen-Garten. Katsura Rikyu ist ebenfalls ein Muss und eines der schönsten Beispiele für die imperialistische Architektur Japans im 17. Jahrhundert. Weiter westlich befindet sich der Vorort von Arashiyama mit seinen Bambuswäldern. Er ist berühmt für den Zen-Garten bei Tenryo-ji und ebenso für Okochi Sanso, die prunkvolle ehemalige Residenz eines Stummfilmdarstellers der zwanziger Jahre. An der Ostseite der Stadt sind besonders viele traditionelle Attraktionen auf engem Raum angesiedelt. Dort werden helle Kimonos stolz getragen, allerdings eher von Möchtegern-Geishas als von den echten. Sie bezahlen etwa 100 Dollar, um sich als Maiko (Auszubildende) einkleiden zu lassen und auf den Straßen von Gion um Aufmerksamkeit zu buhlen.

Verkleidet oder nicht, besuchen Sie die 1001 vergoldeten Statuen bei Sanjusangen-do und genießen Sie von der Holzterrasse bei Kiyomizu-dera aus die Aussicht auf den Südwesten Kyotos. Gehen Sie dann Richtung Norden von Gion zum Heian Jingu, dessen Großartigkeit an den ersten und letzten Kaiser von Kyoto erinnert. Die Kunstwerke und Kunstmuseen in der Umgebung sind sehenswert – besonders, bevor man sich bei einem Spaziergang entlang des Berghangs in Richtung Ginkaku-ji, dem erhabenen Tempel des silbernen Pavillons, auf philosophische Pfade begibt.

Ein anderer sehenswerter Tempel ist der To-ji, einer der ältesten Tempel der Stadt mit einer wundervollen Kunstsammlung. Einige der Werke sind persönliche Sammlerstücke von Kobo Daishi, dem Begründer des Shingon Buddhismus. Holen Sie in der Imperial Household Agency eine Genehmigung für den Besuch des bescheiden-eleganten Imperial Palace ein. Er bietet einen starken Kontrast zum prunkvollen Nijo-jo, der ehemaligen Burgresidenz des Tokugawa Ieyasu, dem ersten Shogun.

Es ist schwer, Kyoto in ein paar Tagen gerecht zu werden - oder mit nur ein paar hundert Wörtern. Als historischer Mittelpunkt einer jeden Reise durch Japan ist es ein Ort, den man unbedingt gesehen haben muss.
 
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