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Kimono und Yukata Sake Schreine und Tempel Etikette Kalligrafie
Kabuki Manga
Kimono und Yukata

Das tägliche Tragen eines Kimonos ist bei den meisten Japanern heutzutage nicht mehr üblich, zu bestimmten Gelegenheiten ist es jedoch unverzichtbar. Obwohl er früher von Männern und Frauen gleichermaßen getragen wurde, sieht man in den letzten Jahren kaum noch Männer mit Kimono, obwohl ein Mann in einem dunklen, feinen, formellen Kimono in der Tat eine gute Figur macht.

Heute, da der Kimono nicht mehr regelmäßig getragen wird, nehmen junge Japanerinnen an “Kimono-Kursen”teil, um zu lernen, worauf man bei der Auswahl zu achten hat und wie sie getragen werden. Besonders wichtig ist das Binden des Obi, der lange breite seidene Gürtel, der um die Taille gewickelt wird.

Alter und Status einer Frau ebenso wie die Jahreszeit und der Anlass haben Einfluss auf die Auswahl des Kimonos. Die berühmtesten aller Kimonoträgerinnen sind die Geishas, die sich etwas auf ihre Kenntnisse hinsichtlich der feinen Unterschiede einbilden, die sie mit ihren Kimonos zum Ausdruck bringen. Ihre Kleidung ist immer von höchster Qualität und Kunstfertigkeit, und sie tragen sie mit einer Grazie, die in anderen Gesellschaftsschichten nicht mehr existiert. Wenn Sie heutzutage durch die gepflasterten Straßen des alten Kyoto gehen, ist es wahrscheinlicher, dass Sie Touristen begegnen, die dafür bezahlt haben, sich als Geiko, wie man die Geisha in Kyoto nennt, kleiden zu lassen.

Kimonos werden bei zahlreichen traditionellen Ereignissen getragen. Jedes Jahr im Januar beispielsweise tragen junge Mädchen, die im vergangenen Jahr 21 geworden sind, einen Kimono, um Ihr “Erwachsenwerden” zu feiern. Sommerfeste und Feuerwerke sind Anlässe, zu denen der Yukata getragen wird. Dies sind leichtere Kimonos aus Baumwolle, nicht aus Seide. Viel heller und auffälliger gemustert als traditionelle Kimonos trägt der Yukata zur Fröhlichkeit und Farbenvielfalt der Sommermonate bei. Yukata ist auch die Bezeichnung für die Baumwollbademäntel, die Sie in japanischen Hotels und Unterkünften geliehen bekommen.

Wenn Sie beabsichtigen, während Ihres Aufenthalts in Japan einen Kimono zu erwerben, denken Sie daran, dass neue Kimonos immer bestellt werden müssen und dass Sie in den traditionellen Kimono-Geschäften lediglich die Stoffe auswählen. Kaufhäuser bieten ebenfalls Kimono-Stoffe an, und dort ist es wahrscheinlicher, dass Sie einen Verkäufer finden, der Ihre Sprache spricht. Sie können jedoch auch einen Secondhand-Laden für Kimonos aufsuchen. Viele haben sich besonders auf ausländische Touristen spezialisiert und verkaufen gebrauchte Qualitätskleidung zu einem Bruchteil des Neupreises.
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Sake

Reis ist nicht nur Japans Grundnahrungsmittel, sondern auch die Quelle des Nationalgetränks Sake. Es wird an der Bar und am Tisch getrunken, aber auch am Shinto Schrein. Japans Geschichte zeigt, dass Sake stets ein Getränk mit göttlichem Bezug gewesen ist. Bei allen bedeutenden Festen und Zeremonien, an Silvester und bei Hochzeiten, vom 3., 5. und 7. Geburtstag der Kinder bis hin zum alljährlichen Erntedankfest, spielt Sake eine wichtige Rolle. Einige Schreine brauen ihr eigenes Sake.

Die enorme Vielfältigkeit von Sake (auch bekannt als Nihonshu) ist bemerkenswert. Zunächst einmal gibt es verschiedene Sake-Sorten. Der reinste Sake wird nur mit Wasser, geschältem Reis und Koji, gedämpfter Reis mit Enzymen versetzt, hergestellt, um den Fermentierungsprozess in Gang zu setzen. Kenner behaupten, dass der beste Sake aus Reis hergestellt wird, der bis auf 30% poliert wurde und keine künstlichen Zusätze enthält. In 95% der Fälle wird Sake jedoch lange nicht so weit abgeschliffen und mit reinem Alkohol und viel Zucker versetzt.

Außerdem produzieren nicht nur die großen Brauereien viele verschiedene in Japan erhältliche Sake-Sorten, sondern überall in Japan gibt es kleinere lokale Brauereien, die ihren eigenen sogenannten Ji-zake herstellen. Daher gibt es buchstäblich Hunderte verschiedener Variationen, und auch für den größten Enthusiasten gibt es mehr als genug zu kosten!

Sake wird auf verschiedene Weise getrunken. Die meisten Sake-Sorten lassen sich sehr gut heiß trinken. Für gewöhnlich nimmt man nur hochwertigen Sake gekühlt oder bei Raumtemperatur zu sich. Wie auch immer, er lässt sich gut zu allen Varianten japanischen Essens trinken und ist ein ideales Geschenk.
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Schreine und Tempel

leicht nach oben geschwungene Giebeldächer. Die handgefertigten Holzstrukturen der japanischen Schreine und Tempel sind ebenso imposant wie graziös. Sie sind oft umgeben von Gärten wie aus einer anderen Welt, deren Anlage mehrere Jahrhunderte an Anspruch nahm. Die Schreine und Tempel von Japan wecken nicht nur Erstaunen, sondern sie inspirieren auch.

Der Buddhismus ist seit seiner Einführung im 7. Jahrhundert in Japan aufgeblüht, und es haben sich verschiedenartige Richtungen entwickelt. Sie haben jeweils ein Vermächtnis aus Statuen und Tempeln hinterlassen, deren Erforschung ein ganzes Leben in Anspruch nähme. In Nara stehen heute noch zahlreiche Tempel aus dieser Zeit, anspruchsvolle Holzpagoden und Gebetshallen, die weit über Tausend Jahre alt sind. Das größte aus Holz gefertigte Gebäude der Welt steht hier, die große Halle des Todai-ji Tempels, in der der erfurchgebietende große Buddha seinen Platz hat, der größte Bronzeguss, der je angefertigt wurde. Besuchen Sie die Tempel von Kyoto, und Sie spüren den späteren Einfluss des Zen. Die unfassbare Schönheit der Moos- und Steingärten berühmter Tempel wie Ryoan-ji und Daitoku-ji oder die herrliche Verschmelzung von Zen und Teezeremonie im Tempel des silbernen Pavillon kann nicht in Worte gefasst werden.
Im Gegensatz dazu sind die heiligen Orte von Shinto wilder und handwerklich weniger bedeutungsvoll. Shinto ist die alte nationale Religion Japans, die Bäume, Berge, natürliche Quellen und Wasserfälle verehrt. Die Schreine von Shinto haben sich eher in die Natur integriert als sie geformt. Wenn Sie durch ein Torii-Tor gehen und die Steinstufen eines Schreins auf einer Bergkuppe hinaufgehen, betreten Sie einen Ort der Reinheit und Ehrerbietung, an dem Vögel zwitschern und die Fuchsgötter die Zähne fletschen.

Zu den Schreinen berühmter Städte zählen Meiji-jingu im Herzen von Tokio und Heian-jingu in Kyoto. Der Heiligste jedoch ist der große Schrein von Ise, ein Beispiel ältester japanischer Schreinarchitektur. Eingehüllt in den Kokon eines jungfräulichen Waldes ist er so heilig, dass er alle 20 Jahre neu erbaut werden muss, um seine Jungfräulichkeit zu erhalten.

Von den erstaunlich großen Altären bis zu den kleinsten Straßenaltären, die von Ortsansässigen sauber gehalten und farbenfroh geschmückt werden, ist das japanische Leben durch und durch von Schreinen und Tempeln geprägt. Es kann sein, dass Ihre schönste Erinnerung an den Besuch eines heiligen Ortes in Japan ganz einfach ein Ort ist, auf den Sie zufällig im Vorbeigehen aufmerksam geworden sind. Wie dem auch sei, Sie werden ein Leben lang an die Tempel und Schreine Japans zurückdenken.
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Etikette

Kaum etwas über Japan wird so missverstanden wie die Etikette. Mancher Europäer stellt sich vor, dass Japaner auf den kleinsten Fauxpas mit größter Abweisung reagieren. Diese Annahme ist falsch: Es reicht ganz einfach aus, das zu tun oder nicht zu tun, was auch ein Japaner tun oder nicht tun würde.

Ein wichtiger Punkt ist, daran zu denken, die Schuhe auszuziehen, wann immer man dazu aufgefordert wird. In Restaurants und Hotels mit japanischer Ausstattung, in vielen Tempeln und in den Privathäusern sollten Sie unbedingt Ihre Schuhe ausziehen, sobald Sie einen polierten Holzboden oder Tatami, die rechteckigen Matten aus gewebtem Reisstroh zum Auslegen der traditionellen Räume, sehen. Tatami darf nicht einmal mit Hausschuhen betreten werden, also stellen Sie sie besser auf dem Holzboden vor der Tür ab. Es gibt auch Hausschuhe, die speziell für den Besuch der Toilette bereitstehen, und die man unbedingt wieder ausziehen sollte, bevor man zurückgeht.

Als Nächstes kommen wir zum Baden in Onsen (Bäder mit heißen Quellen), Sento (öffentliche Badehäuser) und Hotels im traditionellen Stil. Hier sollte man unbedingt daran denken, sich auf den kleinen Stühlen, die überall herumstehen, gründlich zu reinigen, bevor man ins Wasser geht. Bäder in Japan dienen dem Einweichen, nicht dem Schrubben.

Es wird viel darüber geredet, wie man die Hashi (Essstäbchen) benutzt und wie nicht, aber die Lösung ist ganz einfach die: man sollte nichts tun, was man zu Hause auch nicht tun würde. Wenn es ungehörig ist, mit einem Messer oder einer Gabel zu essen, dann gilt dies auch für den Gebrauch der Hashi. Ein Teil der Tischmanieren, an den Sie sich wahrscheinlich am schwersten gewöhnen können, ist das Schlürfen, das Sie in Nudel-Restaurants hören werden. Wenn Sie sich daran beteiligen möchten, tun Sie sich keinen Zwang an–, je lauter desto besser, da es als ein Zeichen dafür angesehen wird, dass man sein Essen genießt.

Und schließlich die Begrüßung: Es ist wohl bekannt, dass die Japaner sich verbeugen, statt einander die Hände zu schütteln, wenn Sie sich zum ersten Mal begegnen. Es kommt jedoch vor, dass man Ihnen die Hand entgegenhält, während Sie versuchen, sich zu verbeugen, um Sie in der gewohnten Art willkommen zu heißen. Wenn dies der Fall ist, versuchen Sie einfach, beides miteinander zu verbinden, sich durchzumogeln und die Situation zu nutzen, um das Eis zu brechen!
Geschäftsetikette

Vieles im Hinblick auf die Art der Geschäftsabwicklung überrascht die Besucher aus dem Ausland. Es ist außerdem bekannt, dass es viele Jahre in Anspruch nehmen kann, bis man vollständig mit dem japanischen Geschäftsgebahren vertraut ist. Wenn Sie zum ersten Mal geschäftlich in Japan sind, sollten Sie darauf bedacht sein, einen guten Eindruck zu hinterlassen, die Augen offen zu halten und unvoreingenommen zu sein.
Verbeugung & Händeschütteln
Das Händeschütteln wurde, wie viele andere Dinge aus der westlichen Kultur, bis zu einem gewissen Grad in Japan akzeptiert. Es hat allerdings die traditionelleren Gewohnheiten nicht ganz ersetzt. Die Verbeugung spielt bei der Begrüßung nach wie vor eine sehr wichtige Rolle und wird auch in vielen anderen Situationen praktiziert - beispielsweise, um sich zu bedanken, zu entschuldigen und um Demut auszudrücken. Die Verbeugung ist so allgegenwärtig, dass selbst jene, die nur kurze Zeit bleiben, diese Gewohnheit oftmals mit nach Hause nehmen.

Bei einem formellen Treffen ist Händeschütteln allenfalls dann angebracht, wenn zuvor Visitenkarten ausgetauscht wurden und man sich verbeugt hat. Wenn ein Japaner seine Hand zur Begrüßung ausstreckt, bevor es zur traditionellen Verbeugung gekommen ist, handelt es sich hierbei sicherlich um eine bewusste Geste. Sie dient entweder dazu, es Ihnen so angenehm wie möglich zu machen oder Ihnen die Sensibilität gegenüber anderen Nationalitäten zu verdeutlichen.

Wie tief und wie lange man sich verbeugt, ist je nach Situation unterschiedlich. In den meisten Fällen ist nur eine leichte Verbeugung erforderlich. Beugen Sie den Oberkörper einfach um 20 Grad, halten Sie die Hände dabei seitlich und bleiben Sie 1 oder 2 Sekunden lang gebeugt.

Tiefere Verbeugungen sind eindeutig bei Vorgesetzten angebracht oder bei Personen, denen man seinen ausdrücklichen Respekt entgegenbringen möchte. Eine Verbeugung um 45 Grad, die 2-3 Sekunden lang dauert, wird als tiefe Verbeugung angesehen.

Es ist nicht erforderlich, die vielzähligen kurzen Verbeugungen von Verkäufern zu erwidern. Es gilt jedoch als Ausdruck der Höflichkeit, auf die Verbeugungen der Mitarbeiter eines Restaurants oder Hotels mit einem leichten Nicken zu reagieren.
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Visitenkarten
In der statusbewussten Geschäftswelt der Japaner ist es wichtig, von Anfang an zu wissen, an welcher Stelle der Hierarchie eine Person anzusiedeln ist. Aus diesem Grund genießt die Visitenkarte oder Meishi einen besonderen Stellenwert.

Es ist von Vorteil, vor Ihrer Ankunft spezielle Visitenkarten für Ihre Besuche drucken zu lassen, da es als höflich gilt, die Rückseite in japanischer Sprache zu bedrucken. Ihr Name sollte in Katakana, dem für Fremdsprachen verwendeten phonetischen Alphabet gedruckt sein. Dies erleichtert die Aussprache für jene, die nicht sehr gut mit anderssprachigen Namen vertraut sind. Bewahren Sie sie unversehrt und vorzeigbar in einem Plastik-, Leder- oder Metalletui auf. Karten mit Eselsohren, die mit einem Gummiband zusammengehalten werden, hinterlassen einen schlechten Eindruck.

Der Austausch von Meishi ist eine wichtige Voraussetzung für geschäftliche Meetings, und die Vertrautheit mit der richtigen Vorgehensweise hilft, Ungeschicklichkeiten zu vermeiden. Reichen Sie niemandem sofort die Hand, so wie Sie es in der westlichen Welt gewöhnt sind, da diese Geste ebenfalls Verwirrung stiften kann. Sehen Sie der Person, die Ihnen vorgestellt wird, stattdessen in die Augen und präsentieren Sie Ihre Karte mit beiden Händen, wobei Sie die Seite in japanischer Sprache für den Empfänger sichtbar nach oben halten.

Während Sie die Karte präsentieren, stellen Sie sich standardmäßig folgendermaßen vor “Tanaka desu, hajimemashite, dozo yoroshiku.” (tah-nah-ka dess, hah-jii-me-mah-schi-te, do-so, yoh-roh-schi-ku.) Übersetzt heißt dies so viel wie “mein Name ist Tanaka. Ich freue mich, Sie kennen zu lernen”. Es ist üblich, dass Besucher ihre Karte zuerst präsentieren.

Sowohl das Anbieten als auch das Annehmen von Meishi sollte mit einer leichten Verbeugung einhergehen, und der gesamte Vorgang sollte langsam und in der richtigen Reihenfolge ablaufen. Behandeln Sie Ihre Meishi nicht wie Spielkarten. Wenn Sie eine Meishi erhalten, lesen Sie sie sorgfältig und behandeln Sie sie mit Respekt. Wenn Sie sie sofort in die Tasche stecken, sie verschmutzen oder beschreiben, vermittelt das den Eindruck der Missachtung. Sie bei einem Meeting während des Gesprächs auf dem Tisch liegen zu lassen, ist ebenso akzeptabel wie ratsam, da sie Ihnen die Erinnerung von Namen auf unauffällige Weise ermöglicht.
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Direktheit
Ein Aspekt der japanischen Kultur, der die Besucher anderer Länder manchmal frustriert, ist eine bestimmte der Sprache eigene Indirektheit. In Japan kann die direkte Äußerung der eigenen Meinung als unhöflich ausgelegt werden. Besucher aus anderen Ländern, die sich dieser Tatsache nicht bewusst sind, vermitteln den Eindruck unnötigerweise energisch und konfrontierend zu sein.

Andererseits vermisst man oftmals die Bestimmtheit in der japanischen Ausdrucksweise, was zu Verwirrung und Missverständnissen führt. Menschen, die in Japan auf Geschäftsreise sind, beklagen “häufig, dass sie seitens ihrer ” Geschäftspartner keine direkten Antworten erhalten. Sie haben diese kulturell tief verwurzelte Neigung als Unklarheit interpretiert.

Glücklicherweise sind sich die Japaner dieser Tatsache sehr wohl bewusst, Klarheit hat einen höheren Stellenwert als die Aufrechterhaltung harmonischer Beziehungen, und den Besuchern aus fremden Ländern wird ein hohes Maß an Toleranz entgegengebracht. Es stimmt jedoch auch, dass die japanische Indirektheit sich meist nicht auf andere Sprachen übertragen lässt. Ein Japaner, der Englisch mit Ihnen spricht, drückt sich wahrscheinlich direkter aus als er dies in seiner eigenen Sprache tun würde.

Um die Japaner zu verstehen, ist es jedoch immer noch wichtig, Anspielungen aufzunehmen und Rückschlüsse auf deren vollständige Bedeutung zu ziehen. Während einer Unterhaltung sollten Sie immer daran denken, welche Wirkung das, was Sie sagen, auf die Sensibilität Ihrer Gegenüber haben kann. Sie sollten Ihre Wortwahl dementsprechend abwägen.

Wenn Sie die Sprache nicht verstehen, können Sie Konfrontationen vermeiden, indem Sie einfach Ihre eigenen persönlichen Wünsche nicht zu deutlich zum Ausdruck bringen, und, sollten Sie einer Sache nicht zustimmen, eine vorsichtigere Wortwahl treffen als Sie es gewöhnt sind.
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Kalligrafie

Die chinesische Schrift wurde im 5. Jahrhundert von Japan übernommen und ursprünglich nur zu offiziellen Anlässen und zum Kopieren buddhistischer Schriften verwendet. In kultivierten Kreisen wurde die Fähigkeit der Kalligrafie schnell zur bedeutenden Kunstfertigkeit, bei der die hohe Schreibkunst eine mindestens ebenso wichtige Rolle spielte wie das Verfassen schöner Poesie. Die Kalligrafie zählte mehr und mehr zu den schönen Künsten, und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Die drei Hauptrichtungen der Kalligrafie werden danach unterschieden, wie frei oder wie genau die Zeichen gemalt werden. Kaisho (“Normalschrift”) ist gerade und präzise. Dieser Schriftstil wird in alltäglichen Situation verwendet, in denen Lesbarkeit und Deutlichkeit eine wichtige Rolle spielen. Gyosho (“Kursivschrift”) ist ein semikursiver Stil, der aus der Notwendigkeit entstand, Kanji (chinesische Zeichen) schneller zu schreiben.

Voll kursive Kalligrafie wird als Sosho (“Grasschrift”) bezeichnet. Einzelne Striche und Zeichen gehen mehr oder minder fließend ineinander über, wodurch dieser Schreibstil besonders schön, aber dafür fast unlesbar ist. Die höchste Kalligrafiekunst ist der Sosho-Stil, der aus diesem Grund auch nicht nach seiner Lesbarkeit beurteilt wird, sondern nach der Art, mit der der Pinsel geführt wird, die Tinte schattiert ist und die einzelnen Zeichen auf dem Papier platziert sind.

Kalligrafie wird nicht nur in Museen, sondern auch an privaten und öffentlichen Orten ausgestellt. Das Ausstellen von Kalligrafien spielt eine spezielle Rolle bei der Tee-Zeremonie. Als Wandbild in den Alkoven schafft die Kalligrafie das passende Raumambiente. Ein solcher Rahmen begünstigt die Arbeit der Zen-Priester. Poesie und Kalligrafie gehen Hand in Hand. Ein Meister drückt den Rhythmus und die Empfindungen eines Gedichts über seine Pinselstriche aus. Traditionelle Möbel wie Wandschirme und Schiebetüren sind manchmal mit farbigen rechteckigen Papierstücken dekoriert, die von berühmten Dichtern beschrieben wurden.

Eine einmal zu Papier gebrachte Kalligrafie wird nie wieder retuschiert, was sie unmittelbar zum Kunstobjekt macht. Kalligrafen werden nicht nur aufgrund ihrer Kunstfertigkeit und Gelehrsamkeit verehrt, sondern auch aufgrund des hohen spirituellen Niveaus, das sie erreichen müssen, um eine derartige Reinheit des Geistes zu erlangen, die als Voraussetzung für die wahrhaft kreative Pinselführung betrachtet wird.

Heute haben der Schreibstift und der Computer den Pinsel in fast allen modernen Lebensbereichen abgelöst. Kinder lernen jedoch weiterhin den Umgang mit dem Pinsel in der Schule, und viele Tausende von Kalligrafen praktizieren diese Schreibtechnik immer noch emsig zu Hause in der Hoffnung, eines Tages die Technik des Meisters zu beherrschen.
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Kabuki

Das moderne Kabuki-Theater von heute ist ein extravagantes Spektakel, das sich über Jahrhunderte hinweg zu anspruchsvoller Kunst entwickelt hat. Die Aufführungen wurden so stilisiert, dass jede Geste eine Bedeutung hat und die Sprache rhythmisch und musikalisch ist. Alleine schon die aufwändigen Kostüme und das auffällige Makeup sind sehenswert.

Das Kabuki zählte jedoch nicht von jeher zur Kategorie der hochintellektuellen Unterhaltung. Die Ursprünge von Kabuki lassen sich auf den Beginn des 17. Jahrhunderts zurückführen, auf einen Zeitpunkt, da eine berühmte Prostituierte ihre Tänze an den Ufern von Kyoto aufführte. Schon bald präsentierten zahlreiche Kurtisanen ihre Talente auf der Bühne, und die Regierung sah dies als Bedrohung für die öffentliche Moral an. Frauen wurden von der Bühne verbannt und das Kabuki-Theater musste sich zu einer echten Kunstform entwickeln.

Folglich gewann der Inhalt der Theaterstücke an Bedeutung und die Autoren arbeiteten hart daran, den Ansprüchen von Schauspielern und Publikum gleichermaßen zu genügen. Einige Theaterstücke waren historische Dramen, die tragische Geschichten heroischer Samurai zum Inhalt hatten. Andere waren Dramen mit historischem Kontext, die sich mit den unteren sozialen Schichten befassten. Eine Entwicklung, die Kabuki entscheidend geformt hat, war die getreue Umsetzung der ursprünglichen Theaterstücke in das Bunraku-Puppentheater. Die Schauspieler begannen puppenähnliche Gesten in ihre Aufführungen einfließen zu lassen, und trugen so zur Stilisierung der Bewegungen bei, wie wir sie heute kennen.

Die Notwendigkeit für Männer, auch die Frauenrollen zu spielen, trug wesentlich zum Erfolg von Kabuki bei. Die Darsteller, die sich auf diese Rollen spezialisierten, wurden unter dem Namen Onnagata berühmt. Ihre Geschicklichkeit, Gestiken nachzuahmen und die weibliche Psychologie auszudrücken, wurde über Jahrhunderte verfeinert. Kabuki-Darsteller müssen ein so umfassendes Repertoire an künstlerischen Fähigkeiten beherrschen, dass ihr Training bereits in der Kindheit beginnt. Die meisten Spitzendarsteller von heute wurden in Kabuki-Familien hineingeboren, die auf die Tradition vieler Generationen zurückblicken. Jeder neue Darsteller muss die Aufführungen seiner Vorgänger in jeder einzelnen Rolle genauestens studieren.

Mit Hilfe der Kopfhörer-Übersetzung in mehrere Sprachen bei den bedeutendsten Kabuki-Theatern in Tokio, Kyoto und Osaka ist Kabuki heute auch für ausländische Besucher zugänglich. Eine vollständige Darbietung besteht normalerweise aus mehreren Theaterstücken und kann bis zu 4 Stunden dauern. Es ist jedoch akzeptabel, sich nur die Hälfte anzusehen. Wenn Sie lediglich einen Eindruck gewinnen möchten, gibt es erschwingliche Karten für den 4. Rang, die für einen Akt gültig sind und im Tokio Kabuki-za erworben werden können, für die jedoch keine Kopfhörer zur Verfügung gestellt werden.
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Manga

Besucher, die zum ersten Mal nach Japan kommen, empfinden es oft als sehr befremdlich, wenn Erwachsene (meist Männer) Comics lesen. Die Verwirrung rührt von der Annahme, dass Comics nur für Kinder gedacht sind. Diese Annahme entspricht nicht einmal in der westlichen Welt vollständig der Wahrheit, von Japan ganz zu schweigen.

Modernes Manga wird für eine Vielfalt von Altersgruppen und von Gruppen mit besonderem Interesse geschrieben. Schulmädchen mit Liebeskummer kaufen romantisches Manga. Sportfans finden Manga über Fußball, Baseball und Golf. Es gibt sogar Manga für Fans der Gourmet-Küche. Junge Männer kaufen massenweise Science-Fiction- und Fantasy-Manga - die Art von Comics, die der in der westlichen Welt am ähnlichsten ist.

Die große Anziehung von Manga ist größtenteils auf Wirklichkeitsflucht in Kombination mit ziemlich banalen Inhalten zurückzuführen. Oft werden Persönlichkeiten mit übermenschlichen Kräften im Schulalltag, an die Arbeit hastend oder im ganz normalen Familienleben dargestellt, wodurch ein Bezug zur Realität geschaffen wird und sie sich somit einer weitaus höheren Beliebtheit erfreuen als der durchschnittliche eindimensionale Superheld. Die Leser werden ermutigt, Parallelen zu sich selbst zu finden und sich mit ihren Lieblingscharakteren zu identifizieren.

In dieser Beliebtheit und mit ständig neuen Comics hat Manga eine wahrhaft kulturelle Bedeutung. Das Außenministerium hat diese Tatsache sicherlich bedacht, als es zum Zwecke der Verteidigung eines ausländischen Hilfsprogramms ein Manga veröffentlichte. Es ist ein Beispiel dafür, wie das Manga-Format auch zur Erläuterung komplexer Themen Verwendung findet. Als Reflektion –und vielleicht sogar Formung– der nationalen Psyche kann Manga wohl kaum nur als Kinderlektüre bezeichnet werden.
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RSD Japan
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